Schlechte Schule - gute Schule - Internat

In Deutschland wird seit geraumer Zeit in vielen Zeitungsartikeln folgendes Credo beinahe Gebetsmühlen artig wiederholt: öffentliche Schule gleich schlechte Schule versus Privatschulen gleich gute Schule. Als Steigerung dieses Gegensatzpaares könnte die Gleichung im Trend der Ganztagsschule heißen: Die beste Schule ist die Internatsschule.

Es ist richtig, dass viele Schulfachleute auf die Vorteile der Ganztagsschule hinweisen. Mit dem Entstehen von Ganztagsschulen verbinden viele Zeitgenossen automatisch bessere Chancen für die Kinder von heute. Dies geschieht allerdings nur dann, wenn die Umsetzung zur Ganztagsschule mit entsprechenden räumlichen und personellen Erweiterungen einhergehen. Dann jedoch wird sich in Zukunft der von vielen beschworene Gegensatz öffentliche Schule versus Privatschule verringern.

Die Steigerung dieses Konzepts - so jedenfalls die gängige Argumentation von Internaten - sei das Internat, weil dort bereits heute für junge Menschen das Leben und Lernen unter einem Dach stattfindet. Weil die Internate fast ausschließlich in privater Hand sind, wird die gelungene Ganztagsbetreuung mit Privatschule bzw. Internat gleichgesetzt. Auch hier gilt umso mehr: Nur wenn die materielle und personelle Ausstattung wirklich vorhanden ist, leisten Internate diese gelungene Ganztagsbetreuung, die vielen Eltern von heute als Ideal vorschwebt.

Leider jedoch klagen in immer noch zu vielen Internaten Eltern wie Schüler über zu viel Leerlauf sowie unter zu wenig tatsächlich vorhandene Lern-, Förder- und Freizeitangebote. Dies überrascht zunächst und ist wenig bekannt. Viele Eltern schämen sich nämlich, öffentlich oder im Bekanntenkreis ihre Unzufriedenheit über das von ihnen selbst gewählte Internat zu äußern, für das sie doch schon genug Geld ausgeben. Somit hält sich leider das Image, dass private Internate grundsätzlich die besten Ganztagsschulen seien.

Kriterien für ein gutes und gut ausgestattetes Internat ist allerdings leider nicht der Preis, sondern der Wille zur konzeptionellen Konsequenz innerhalb der Internate sowie deren Träger. Die konsequente Umsetzung der hohen pädagogischen Ziele in Internaten wird für Eltern und Kinder nur dann erfahrbar, wenn die drei Fundamente eines Internats gleich stark ausgeprägt.

  1. Eine motivierte Mitarbeiterschafft, die ein Klima von "Lernen wollen" und Teamarbeit fördert.
  2. Eine gute personelle sowie materielle Ausstattung
  3. Ein überzeugendes Konzept zur Förderung von Verantwortung in Schule, Internat.

Es ist daher Eltern dringend zu raten, bei der Auswahl eines Internats nicht nur auf das Image oder den Preis zu achten, sondern auf das Klima beim persönlichen Besuch zu achten sowie Referenzen ehemaliger Eltern oder unabhängige Internatsberater einzubeziehen.

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